Der nächste Coup des Seriengründers Jan Beckers

  • Hitfox-Gründer startet Heartbeat Labs

  • Neuer Companybuilder für digitale Gesundheit

  • Geplant sind drei bis fünf Unternehmen pro Jahr

Jan Beckers hat die Heartbeat Labs gegründet
Jan Beckers hat die Heartbeat Labs gegründet

Unternehmensgründungen sind sein Geschäft. Fyber, Madvertise, Hitfox, Finleap sind seine wichtigsten Meilensteine. Jan Beckers, der schon 2014 durch die Unternehmensberatung EY als „Entrepreneur des Jahres“ ausgezeichnete Firmengründer, hat jetzt den Start der Heartbeat Labs in Berlin angekündigt.

Heartbeat Labs soll pro Jahr drei bis fünf Unternehmen im Bereich digitale Gesundheit gründen. Vorgesehen sind Anschubfinanzierungen für junge Unternehmen von jeweils 0.5 bis 5 Millionen Euro. Blaupause für dieses Lab ist der Company Builder Finleap.

Finleap hat seit seiner Gründung im Jahr 2014 zwölf digitale Finanzdienstleister aufgebaut. Darunter sind die SolarisBank, eine Plattform mit einer vollwertigen Banklizenz, und das digitale Inkasso-Unternehmen Pair Finance. Beide hat der Wirtschaftsprüfer KPMG in die Liste der 100 Aufsteiger im Bereich Fintech aufgenommen.

Finleap sammelt 39 Millionen Euro ein

Zuletzt setzte Finleap mit der Ankündigung eines 39 Millionen Euro starken Investment-Fonds ein Zeichen für die Stärke des Berliner Ecosystem für digitale Finanzdienstleistungen. Dass das Unternehmen gleichzeitig den Umzug in das ehemalige Hauptquartier der Berliner Bank bekannt gab, ist ein unübersehbares und fast schon ironisches Zeichen für die Zeitenwende im Finanzsektor.

Nun also die Heartbeat Labs. Neben Beckers führen Hendrik Krawinkel und Eckhardt Weber das Unternehmen. Die Drei haben zuvor auch Finleap aufgebaut. Zu den strategischen Beratern zählen die Medizinexperten Dominik Löer und Martin Bloch sowie Ex-McKinsey Europa-Chairman Herbert Henzler.

Beckers ist nicht der erste, der in Berlin die Gesundheitswirtschaft revolutionieren will. Das Wagniskapitalunternehmen Project A hat erste Investments in diesem Bereich (Junomedical, Kry and Klara) getätigt. Für den Venture-Arm des Versicherungskonzerns Allianz ist die digitale Gesundheitswirtschaft einer der Investitionsschwerpunkte. Der in Berlin ansässige Inkubator Flying Health (Caterna, Patientus, mySugr) bietet jungen Unternehmen in diesem Branchenumfeld Wachstumsräume. Auch Pharmakonzerne wie Bayer und Pfizer haben mit Acceleratoren ihre Fühler in die Berliner Start-up-Szene ausgestreckt.

Beckers sieht riesiges Potenzial

Für Beckers haben digitale Technologien „ein riesiges Potential“. Sie sollen die medizinische Versorgung der Menschen verbessern und gleichzeitig die Gesamtkosten des Gesundheitssystems senken.

Zusätzlich zur  Anschubfinanzierung wird Heartbeat Labs Ressourcen bereitstellen: von Technologie- und Produktentwicklungskapazitäten bis hin zum Buchhaltungswesen. Dies soll den Unternehmern helfen, digitale Geschäftsmodelle schnell und nachhaltig auf dem Gesundsheitsmarkt zu etablieren.

Dem neuen Unternehmen kommt gelegen, dass die europäischen Gesundheitsmärkte dabei sind, sich ins digitale Zeitalter vorzuarbeiten. „Wir glauben, dass dies der richtige Zeitpunkt ist, um in den Gesundheitsmarkt zu investieren“, sagt Eckhardt Weber. „Es gibt erste Anzeichen, dass sich die gesetzlichen Voraussetzungen ändern und diese Märkte schrittweise öffnen.“

Verbraucher wollen bessere Versorgung

Heartbeat sieht die Verbraucher auf seiner Seite. „Viele Menschen sind mit der Qualität der medizinischen Versorgung unzufrieden. Sie beklagen lange Wartezeiten und mangelnde Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsdienstleistern“, sagt Dominik Löer, Berater des neuen Unternehmens.

Marktstudien bestätigen den Trend: Das Bankhaus Berenberg hat errechnet, dass der globale digitale Gesundheitsmarkt voraussichtlich mit einer jährlichen Rate von 19 Prozent wachsen wird. Für das Jahr 2026 ist ein Volumen von 140 Milliarden Dollar geplant.

Der europäische Markt hinkt der Entwicklung bisher hinterher. Dies ändert sich gerade: Das Beratungsunternehmen Deloitte geht davon aus, dass Europa schon 2018 die USA als den größten digitalen  Gesundheitsmarkt überholen wird.

Das geschieht nicht nur durch die Eigendynamik der Branchen. Vielmehr wächst der Kostendruck auf das Gesundheitssystem, was auch die Versicherungswirtschaft für digitale Lösungen empfänglich macht.

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